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Neuigkeiten

Wie die DDR durch den gemeinsamen Glauben zu Ende ging – Im Gespräch mit Friedrich Magirius

06.06.2019 -
Am 22. März dieses Jahres bekamen wir Schüler des 11. Jahrgangs Besuch von Friedrich Magirius, einem deutschen Theologen, Pfarrer und Politiker.

Herr Magirius war zu Zeiten der DDR und des Mauerfalls sowohl politisch als auch kirchlich sehr engagiert und verfolgt diese Leidenschaft bis heute. Der evangelisch-lutherische Theologe arbeitete als Superintendant in Leipzig und war zudem Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche. Außerdem koordinierte er besonders in der Wendezeit die Friedensgebete in der Nikolaikirche und moderierte den "Runden Tisch". Später wurde Magirius mit zahlreichen Auszeichnungen und Preisen geehrt. Sein Besuch war für uns Schülerinnen und Schüler sehr lehrreich und hat einen gewissen Faden zwischen der Zeit in der DDR und heute gespannt.

 

Friedrich Magirius hat über einige Themen geredet und uns Schüler mal mehr, mal weniger zum Nachdenken gebracht. Er hat über Demonstrationen in einem Staat gesprochen, in dem auch nur kleine Anzeichen von Widerspruch oder Auflehnung geschickt unterdrückt wurden. Dabei spannte er den Bogen zu den aktuellen "Fridays for future"-Demonstrationen. Er hat auch über die Friedensgebete gesprochen, die verschiedene Menschen, trotz Angst vor der Macht der DDR, vereinten und gemeinsam glauben ließen. Zudem hat er darüber gesprochen, dass man trotz Überwachung und großen Risiken etwas Großartiges schaffte, was fast undenkbar schien. In der Nachwendezeit, so Magirius rückblickend, hätte er sich einen reflektierteren Umgang mit den wenigen positiven Aspekten des sozialistischen Staates gewünscht. Manches, wie etwa die staatlichen Absicherungen in den Bereichen von Arbeit und Wohnen, seien durchaus interessant gewesen.

 

Durch das Gespräch mit einem so bekannten und am Mauerfall beteiligten Zeitzeugen ist das Bild, welches wir von der DDR haben, noch anschaulicher geworden. Es ist hilfreich, mit einem Menschen zu sprechen, der alles hautnah miterlebte. Es gibt einige vergleichbare Strukturen und politische Anschauungen, die heute auf der Welt noch existieren. Wir Schüler sind die folgende Generation, die die Möglichkeit hat, etwas zu verändern und eigene Interessen oder Denkweisen in die Welt zu tragen. Das Gespräch mit Herrn Magirius zeigte uns also, dass auch wir etwas erreichen können, wenn wir wirklich daran glauben.

Autoren: Luana F. und Mira W.